Microsoft SQL Server (MSSQL) model, tempdb, msdb und master Datenbank verschieben

Kann man die Systemdatenbanken (master, model, msdb, tempdb) im Dateisystem verschieben, zum Beispiel auf ein anderes Laufwerk ?Ja. Im laufenden Betrieb? Nein.

So verschiebt man die Systemdatenbanken MODEL, MASTER und MSDB

Wo befinden sich die Datenbankdateien im Moment?

sql-systemdatenbanken-verschieben

SELECT name, physical_name FROM sys.master_files WHERE database_id = DB_ID(N’model’);
  1. Neuen physikalischen Pfad für model, msdb und tempdb festlegen:
    USE master;
    -- model Datenbank verschieben
    ALTER DATABASE model MODIFY FILE (NAME = modeldev, FILENAME = "E:\SQL-DB\model.mdf");
    ALTER DATABASE model MODIFY FILE (NAME = modellog, FILENAME = "E:\SQL-DB\modellog.ldf");
    -- msdb Datenbank verschieben
    ALTER DATABASE msdb MODIFY FILE (NAME = MSDBData, FILENAME = "E:\SQL-DB\MSDBData.mdf");
    ALTER DATABASE msdb MODIFY FILE (NAME = MSDBLog, FILENAME =  "E:\SQL-DB\MSDBLog.ldf");
    -- tempdb Datenbank verschieben
    ALTER DATABASE TempDB MODIFY FILE (NAME = Tempdev, FILENAME = "E:\SQL-DB\tempdb.mdf");
    ALTER DATABASE TempDB MODIFY FILE (NAME = Templog, FILENAME = "E:\SQL-DB\templog.ldf");
    
  2. SQL Server Dienst beenden
  3. Dateien im Dateisystem verschieben
  4. SQL Server Dienst starten

So verschiebt man die Systemdatenbank MASTER

  1. SQL Konfigurationsmanager öffnen
  2. Links in der Baumansicht auf „SQL Server Dienste“
  3. Rechts die Eigenschaften von „SQL Server (INSTANZNAME)“ öffnen
  4. Auf dem Tab „Startparameter“ die Pfade auf die neuen Zielpfade ändern
    1. ACHTUNG, BUG in SQL 2012/2014: Der „Aktualisieren“ Knopf lässt keine Pfade zu, die ein Minuszeichen enthalten („Ungültiger Parameter“).
    2. Wenn der Pfad ein Minuszeichen enthält, muss man den Pfad in der Registry direkt bearbeiten:
      HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Microsoft SQL Server\MSSQL12.MSSQLSERVER\MSSQLServer\Parameters
  5. SQL-Server Dienst beenden
  6. Dateien im Dateisystem verschieben
  7. SQL-Server Dienst startensql-masterdatenbank-verschieben

Microsoft SQL Server alle Datenbanken (Datenbankdateien) verkleinern

Problem

Einige Datenbanken (=Datenbankdateien) in einem SQL-Server sind extrem gewachsen und belegen nach Leerung nun immernoch viel physikalischen Speicher. Man kann natürlich jede Datenbank im Management Studio einzeln anklicken und unter „Tasks“ auf „Verkleinern“ klicken oder ein DBCC-Kommando in jeder Datenbanka ausführen, bei vielen Datenbänken in einer Instanz dauert das aber extrem lange.

Lösung

EXEC sp_MSForEachDB 'DBCC SHRINKDATABASE (''?'' , 0)'

Achtung! Es ist fast nie sinnvoll, Datenbankdateien einfach-mal-so zu verkleinern. Indizes und die Datenbank selber werden dann bei Aktivität in der Regel stark fragmentiert, was wahnsinnig auf die Performance durchschlägt. Für eine Virtualisierung, verschieben, eine Sicherungskalkulation oder bei Vorgängen die geplant viele Daten entsorgen, kann das aber auch durchaus hilfreich sein. Im Zweifel vorher einen (fähigen) DBA fragen.

SQL Server Management Studio „.NET Framework Error“ (Unable to read the list of previously registered servers on this system)

Problem

Das SQL Management Studio (alle Versionen ab 2008) startet nicht nur noch mit einer Fehlermeldung:

Microsoft.SqlServer.Management.RegisteredServers.RegisteredServerException: Unable to read the list of previously registered servers on this system.
Re-register your servers in the 'Registered Servers' window.
Microsoft.SqlServer.Management.Sdk.Sfc.SfcSerializationException:
Deserialization operation on /RegisteredServersStore/ServerGroup/CentralManagementServerGroup has failed.

Wenn das SQL Server Management Studio dann aber gestartet ist, kann man sich zwar verbinden, sieht aber keine Inhalte. Stattdessen erscheint der Fehler

Value cannot be null.

Oder auf Deutschen Systemen:

Wert darf nicht null sein.

Lösung

Das Temp-Verzeichnis der %TEMP% Variable ist nicht gesetzt, der Paf existiert nicht oder ist nicht beschreibbar. Auf dem System auf dem ich mich grade herumtreibe konnte ich den Fehler daher schnell beheben:

mkdir %TEMP%

SQL Server 2008/2012/2014 „Es kann nicht festgestellt werden, ob der Besitzer () von Auftrag für Serverzugriff hat.

Problem

Ein oder mehrere Wartungspläne schlagen fehl und erzeugen unangenehme Fehler im Ablaufplanb, die diesen oder einen ähnlichen Wortlauf haben. Die Sicherungen werden aber korrekt erstellt.

Ereignistyp:       Warnung
 Ereignisquelle:    SQLSERVERAGENT
 Ereigniskategorie: Job Engine
 Ereigniskennung:   208
 Benutzer:          Nicht zutreffend
 Computer:          STACKEXCH1
 Beschreibung:
 SQL Server Scheduled Job ‘<foo>’ (0xLONGID) – Status: Fehler – Invoked on: <date> – Message: Auftragsfehler  Es kann nicht bestimmt werden, ob der Besitzer (‘<foo>\<bar>’) von Auftrag ‘<name>’ Serverzugriff aufweist. (Ursache: Die Informationen über Windows NT-Gruppe oder -Benutzer ‘<foo>\<bar>’ konnten nicht abgerufen werden, Fehlercode 0x5. [SQLSTATE 42000] (Fehler 15404)  Die Anweisung wurde beendet. [SQLSTATE 01000] (Fehler 3621)).

Lösung

Der Benutzer kann tatsächlich nicht aufgelört werden. Das kann am Design der AD-Infrastrutur liegen, wenn die Windows-Authentifizierung benutzt wird. Wir haben gute Erfahrungen gemacht, die Wartungspläne jeweils im lokalen SQL-Server kontext mit der SQL-Authentifizierung laufen zu lassen (z.B. ’sa‘).

Das geht in den Eigenschaften des betroffenen Wartungsplanes (oder Subplanes) in dem Feld „Besitzer“. In TSQL sieht das für den ’sa‘ dann so aus:

UPDATE msdb.dbo.sysssispackages 
SET [ownersid] = SUSER_SID('sa') 
WHERE [name] = 'Meinwartungsplan.Subplan'  

Alternativ ändert man im Management Studio, wärend man als das passende Zielkonto angemeldet ist, einfach den Namen. der aktuelle User wird dann als neue Besitzer übernommen. Einen via GUI erreichbaren Weg kennen wir spontan nicht.

Veeam VMWare Backup Job „File is locked by running session (Jobname)“

Wenn man eine Veeam Backup-Server im falschen Moment (=mitten im Job) neu startet oder der Prozess sich mal unglücklich aufhängt, lässt sich ein Job schon mal nicht neu starten.

Man kann natürlich das SQL Management Studio Express installieren, man kann als fauler Admin aber auch auf dem binntools Verzeichnis das SQLCMD für die Reparatur nutzen:

sqlcmd -s SERVERNAME -Q "EXEC sp_databases;" 
  • Datenbanknamen holen, falls unbekannt
sqlcmd -s SERVERNAME -d "VeeamBackup" -Q "delete from [Backup.TrackedActions.LockItems]"

sqlcmd -s SERVERNAME -d "VeeamBackup" -Q "delete from [Backup.TrackedActions.Locks]"

sqlcmd -s SERVERNAME -d "VeeamBackup" -Q "delete from [Backup.TrackedActions.Locks]" 

Wenn der SQL Server im ersten Moment die Verbindung verweigert, muss die Remote-Verbindung erst zugelassen werden. Das geht im SQL-Server-Configuration-Manager; hier unter den Netzwerkprotokollen die NamedPipes aktivieren und in der Instanz die Netzwerkverbindungen auf „enable“ setzen. Es gibt auch einen Veeam-KB-Artikel dazu.

Mit dem SQL-Management Studio auf die WSUS SQL Instanz zugreifen

Der WSUS Server (respektive die „Windows Server Update Services Rolle“) bringt auf Wunsch ihre eigene SQL-Server Instanz (Microsoft SQL Server Windows Internal Database (64-bit)“ mit. Freiwillig lassen sich die Einstellungen dieses Servers nicht ändern, aber mit den SQL-Tools kann man auch diesen SQL-Server konfigurieren. So lässt sich zum Beispiel der Arbeitsspeicher der WSUS-Instanz beschränken oder die CPU-Nutzung reglementieren. Natürlcih sind so auch eigene Auswertungen der WSUS-Daten mit Excel oder Access möglich.

So gehts:

  1. Herunterladen des SQL Server Express Management Studios
  2. Verbinden mit der lokalen Instanz:
    1. \.pipemssql$microsoft##sseesqlquery („Servername“)
    2. Windows-Authentifizierung mit einem lokalen Administrator-Konto