„Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden.“ mit Office 365 ProPlus

Trotz korrekter Terminalserver-Installation kommt es seit Ende der Jahres 2018 unter Windows Server 2016 in einer RDS-Umgebung häufiger zu diesem Fehler beim Start der Office-Anwendungen:

Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden. Damit Microsoft Office auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, verwendet werden kann, müssen Sie eine Volumenlizenzedition von Office verwenden.
Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden. Damit Microsoft Office auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, verwendet werden kann, müssen Sie eine Volumenlizenzedition von Office verwenden.

Der Inhalt dieser Meldung ist mit Office ProPlus natürlich Unsinn und nur ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Office ProPlus (oder auch „O365ProPlusRetail“) dürfen durchaus in RDS-Umgebungen genutzt werden.

Eigentlich sorgt bei der Installation der Klick-und-Los Variante („setup /configure“) der Eintrag „SharedComputerLicensing“ in der XML-Datei für die richtige Konfiguration; das scheint aber nicht immer so richtig zu klappen. Vor allem unter Office 2019 (das nur Office365 heißt) ist das der Fall – vermutlich weil sich der zugehörige Registry-Schlüssel geändert hat. Früher wohnte dieser in Office\<version>\ClickToRun, nun entfällt <version>.

„Richtige“ Bereitstellungsdatei

<Configuration>
  <Add OfficeClientEdition="32" Channel="Monthly">
    <Product ID="O365ProPlusRetail">
      <Language ID="de-de" />
    </Product>
  </Add>
<Updates Enabled="TRUE" Channel="Monthly" />
<Display Level="NONE" AcceptEULA="TRUE" />
<Property Name="AUTOACTIVATE" Value="1" />
<Property Name="SharedComputerLicensing" Value="1" />  <--_HIER____
</Configuration>

Lösung

Wenn das mal wieder nicht so recht geklappt zu haen scheint, kann man den notwendigen Registry-Eintrag jederzeiot von Hand hinzufügen und schon ist Office wieder Terminalserver-Fähig.

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\ClickToRun\Configuration
   Name: SharedComputerLicensing
   Typ: REG_SZ ("Zeichenfolge")
   Inhalt: 1

Es ist kein reboot notwendig, nach einem Neustart der Anwendungen läuft Office ohne Fehler.

Windows Server 2019 Aktivierung – Der eingegebene Produkt Key funktioniert nicht (0x80070490)

Problem:

Man hat gerade frisch aus dem VLSC das Windows Server 2019 ISO heruntergeladen und möchte die installierte Maschine nun mit dem zugehörigen MAK-Schlüssel aktivieren.

Nach Eingabe des Keys zeigt einem der Aktivierungsassistent allerdings nur die Fehlermeldung:

Der eingegebene Produkt Key funktioniert nicht. Überprüfen Sie den Produkt Key, und versuchen Sie es noch einmal, oder geben Sie einen anderen Produkt Key ein. (0x80070490)

Produkt Key Assistent

Lösung:

Es gibt wohl einen Bug in dem Grafischen Produkt Key Assistenten. Man muss den Key entweder bereits während der Installation angeben oder an der Konsole per slmgr installieren:

slmgr /ipk AAAAA-BBBBB-CCCCC-DDDDD-EEEEE

Danach könnte es noch einen Moment dauern, bis die Aktivierung in den Windows Einstellungen auch korrekt angezeigt wird. Von eventuellen Fehlermeldungen, welche dort direkt nach der Key-Installation angezeigt werden, sollte man sich also zunächst nicht irritieren lassen.

Server 2016/Windows 10 Software im „Abgesicherten Modus“ deinstallieren

Problem

Programme im abgesicherten Modus deinstallieren ist, interessanterweise, nicht ohne weiteres möglich. Wenn man bedenkt das über 90% aller Windows-Abstürze die so eine Operation notwendig machen durch (AV)Software entsteht eine sehr seltsame Desingentscheidung … aber nunja. Wie entfernt man nun Progamme im „Abgesicherten Modus“?

Lösung

  1. Windows im „Abgesicherten Modus“ starten
  2. Unter HKLM/SYSTEM/CurrentControlSet/Control/SafeBoot/Minimal einen neuen Schlüssel mit dem Namen „MSIService“ erstellen
  3. Darin Schlüssel „(Standard)“-Wert auf „Service“ umstellen

Der Schlüssel Minimal enthält die Liste der Treiber und Dienste, die im Abgesicherten Modus zur Verfügung stehen. Nach einem Neustart (oder einem manuellen Dienststart) ist es wieder möglich, programme zu deinstallieren.

Der Schlüssel „network“ beinhaltet übrigend selbiges, nur für den „Abgesicherten Modus mit Netzwerk“.

SQL Express 2012/2014 Windows Authentifizierung nach crash zurücksetzen

Problem

Der Microsoft SQL Server Express Edition ist sehr praktisch, aber leider nach der Installation auch leicht zu übersehen. Nach einem Domänenwechsel, Domänen-Autritt oder einem Crash (der zum Verlust der Anmeldekonten führte) ist eine SQL-Express-Instanz nicht mehr zugänglich. Standardmäßig sind nur Windows-Anmeldungen erlaubt, die es nun ja nicht mehr gibt.

„Zugriff verweigert“ oder „Access to Database denied“ lauten die Fehlermeldungen dazu.

Lösung

Man kann die Authentifizierung im SQLEE insofern zurücksetzen, als das man sein eigenes Anmeldekonto (sofern administrativ) zum SYSADMIN in der Datenbankinstanz macht. Dann kann mann sich wieder anmelden, die Rechte zurücksetzen und seine Datenbanken richtig konfigurieren.

Dazu muss die Datenbank im „Einzelbenutzermodus“ gestartet werden:

  • SQL Server Configuration manager („SQL Server 2014-Konfigurations-Manager“) öffnen
  • Links im Baum unter den „SQL Server-Diensten“ rechts den SQL Server auswählen
  • Eigenschaften > Startparameter > „-m“ hinzufügen („Add“), ohne Anfürungszeichen
  • Dienst neu starten (nun ist die DB im Einzelbenutzermodus)
  • Mit SQLCMD zur Instanz verbinden:
C:\> "%ProgramFiles%\Microsoft SQL Server\Client SDK\ODBC\110\Tools\Binn\SQLCMD.EXE" -S .\<INSTANZNAME>
  • Am SQL Prompt dann den Admin hinzufügen
1> EXEC sp_addsrvrolemember '<SERVER/DOMAINNAME>\<BENUTZER>', 'sysadmin'
2> GO
1> exit
  • Dann den Startparameter „-m“ wieder entfernen, den Dienst neu starten und an der Instanz mit dem gerade hinzugefügten Konto anmelden.

Fertig 🙂

Windows Server 2016 RDS Effekte (Black Screen, Startmenü defekt)

Problem:

Ein Terminal Server (RDS Session Host) zeigt nach einiger Zeit verschiedene Effekte, wie z.B. „schwarzer Bildschirm nach der Anmeldung“, „nicht mehr funktionierendes Startmenü“, allgemeine Performance- oder Anmeldeprobleme.

Dies betrifft übrigens nicht zwingend nur RDS-SHs, sondern prinzipiell alle Windows Server 2016 Maschinen, auf Terminalservern (insbesondere mit User Profile Disks, UPDs) ist das ganze aufgrund potenziell größerer Anmelde-/Benutzeranzahl nur deutlich wahrscheinlicher anzutreffen.

Lösung:

Schuld könnte ein Bug sein, welcher dafür sorgt, dass bei der Benutzeranmeldung erstellte Firewall-Regeln beim löschen des Benutzerprofils (hier kommen die UPDs ins spiel, unter Einsatz dieser wird das Profil nämlich bei der Abmeldung automatisch wieder vom Server gelöscht) nicht mehr entfernt werden.

Das verursacht einen Registry-Bloat in 

HKLM:\System\CurrentControlSet\Services\SharedAccess\Parameters\FirewallPolicy\FirewallRules

und/oder

HKLM:\System\CurrentControlSet\Services\SharedAccess\Parameters\FirewallPolicy\RestrictedServices\Configurable\System

Sind diese Keys bereits „überfüllt“, kann es gut sein, dass sich die Werte nicht mehr per GUI (regedit) entfernen lassen – der Key lädt schlichtweg ewigkeiten. Abhilfe schafft folgendes PowerShell-Script:

$profiles = get-wmiobject -class win32_userprofile
Clear-Host
Write-Host "`n`n`n`n`n`n`n`n"
Write-Host "Getting Firewall Rules..."
$Rules1 = Get-NetFirewallRule -All | 
  Where-Object {$profiles.sid -notcontains $_.owner -and $_.owner }
$Rules1Count = $Rules1.count
Write-Host "" $Rules1Count "Rules`n"

Write-Host "Getting Firewall Rules from ConfigurableServiceStore..."
$Rules2 = Get-NetFirewallRule -All -PolicyStore ConfigurableServiceStore | 
  Where-Object { $profiles.sid -notcontains $_.owner -and $_.owner }
$Rules2Count = $Rules2.count
Write-Host "" $Rules2Count "Rules`n"

$Total = $Rules1.count + $Rules2.count
Write-Host "Deleting" $Total "Firewall Rules:" -ForegroundColor Green

$Result = Measure-Command {

  $start = (Get-Date)
  $i = 0.0

  foreach($rule1 in $Rules1){

    # action
    Remove-ItemProperty -Path "HKLM:\System\CurrentControlSet\Services\SharedAccess\Parameters\FirewallPolicy\FirewallRules" -Name $rule1.name

    # progress
    $i = $i + 1.0
    $prct = $i / $total * 100.0
    $elapsed = (Get-Date) - $start
    $totaltime = ($elapsed.TotalSeconds) / ($prct / 100.0)
    $remain = $totaltime - $elapsed.TotalSeconds
    $eta = (Get-Date).AddSeconds($remain)

    # display
    $prctnice = [math]::round($prct,2) 
    $elapsednice = $([string]::Format("{0:d2}:{1:d2}:{2:d2}", $elapsed.hours, $elapsed.minutes, $elapsed.seconds))
    $speed = $i/$elapsed.totalminutes
    $speednice = [math]::round($speed,2) 
    Write-Progress -Activity "Deleting Rules ETA $eta elapsed $elapsednice loops/min $speednice" -Status "$prctnice" -PercentComplete $prct -SecondsRemaining $remain
  }

  foreach($rule2 in $Rules2) {

    # action  
    Remove-ItemProperty -Path "HKLM:\System\CurrentControlSet\Services\SharedAccess\Parameters\FirewallPolicy\RestrictedServices\Configurable\System" -Name $rule2.name

    # progress
    $i = $i + 1.0
    $prct = $i / $total * 100.0
    $elapsed = (Get-Date) - $start
    $totaltime = ($elapsed.TotalSeconds) / ($prct / 100.0)
    $remain = $totaltime - $elapsed.TotalSeconds
    $eta = (Get-Date).AddSeconds($remain)

    # display
    $prctnice = [math]::round($prct,2) 
    $elapsednice = $([string]::Format("{0:d2}:{1:d2}:{2:d2}", $elapsed.hours, $elapsed.minutes, $elapsed.seconds))
    $speed = $i/$elapsed.totalminutes
    $speednice = [math]::round($speed,2) 
    Write-Progress -Activity "Deleting Rules from ConfugurableServiceStore ETA $eta elapsed $elapsednice loops/min $speednice" -Status "$prctnice" -PercentComplete $prct -secondsremaining $remain
  }
}

$end = Get-Date
Write-Host end $end 
Write-Host eta $eta

Write-Host $result.minutes min $result.seconds sec

Achtung: bei einem bereits länger laufenden Terminalserver, kann das Script schonmal so ein paar Stunden brauchen um alle Regeln zu entfernen. (In unserem Fall knapp 4 Stunden für etwa 95000 Regeln.)

Aus Performancegründen löscht das Script die Registry-Werte direkt, anstatt das Remove-NetFirewallRule Cmdlet zu verwenden.

Quelle: https://social.technet.microsoft.com/Forums/en-US/8dad5b1e-8236-4792-85fe-8725d74bbbcb/start-menu-not-coming-up-server-2016-rds?forum=winserverTS

WebDAV Fehler 0x800700DF: Die Dateigröße überschreitet die maximal zulässige Größe und kann nicht gespeichert werden.

Problem

Windows möchte auf einem via WebDAV eingebundenen Laufwerk (Sharepoint, NextCloud, NAS-System …) keine Dateien öffnen oder speichern, die 50Mbyte oder größer sind. Es gibt einen „0x800700DF“ Fehler. Das mit „net use l: https://…“ erstellte Laufwerk scheint überhaupt keine größeren Dateien anzunehmen oder rauszurücken.

Lösung

Es liegt – warscheinlich – nicht am Server.

Dieses Problem tritt aufgrund einer heute übertrieben wirkenden „Sicherheitsfunktion“ seit Windows XP SP2 (bis zum toaktuellen Windows 10). Ein bösartiger Server kann einen Windows Client so nicht „unendliche“ Datenmengen unterschieben. Und 50Mb waren damals ganz knapp vor „unendlich“.

Die Maximalgröße lässt sich in der Registry konfigurieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\WebClient\Parameters 

Wert: FileSizeLimitInBytes auf FFFFFFFF

Windows neu starten (den Explorer abschießen reicht nicht), fertig.

Windows 10 Dateitypen mit Apps verknüpfen funktioniert nicht (mehr)

Problem

Funktioniert nicht: Datei immer mit Programm öffnen

„Neue“ Dateitypen, womit Dateiendungen gemeint sind die Windows nicht von Haus aus kennt, lassen sich nicht ohne weiteres mit einer Standardanwendung starten. Was früher über „Öffnen mit“ > „Immer öffnen mit“ möglich war, funktioniert nun nicht mehr.

Auch der „Immer diese App verwenden“ Haken bei der Auswahl der Anwendung funktioniert nicht mehr – er tut schlicht nichts. Ob über die „Einstellungen“, die „Systemsteuerung“ oder „Ändern …“, es hilft nichts – es wird keine Anwendung gespeichert.

Lösung

Es hilft wie so oft ein Griff in die gute alte Windows Kommandozeile.

Man prüft die vorhandene Zuordnung an der Kommandozeile (CMD) mit dem Befehl „assoc“:

C:\>assoc .mp3
.mp3=VLC.mp3  <-- Ausgabe; diesen Typ gibt es schon.

Wenn es diesen Anwendungstyp noch nicht gibt, funktioniert die Zuordnung nicht. Auch wenn das in der „Einstellungen“ App angezeigt wird, die Aktion wird nie gespeichert.

  1. Anlegen eines „neuen“ Dateitypen, wenn es diesen noch nicht gibt
    C:\> assoc .<DATEIENDUNG>=<NAME>

    Also zum Beispiel:

    C:\> assoc .mp3=VLCmp3File
  2. Verbinden der „neuen“ Endung mit einer Anwendung via „ftype“
    C:\> ftype VLCmp3File="C:\Programme\VLC\vlc.exe" "%1"

Und schon klappt das wieder mit der Dateitypenassoziierung.