Office 365 auf Windows (RDS) Server ist plötzlich „nicht lizenziert“ und das Office Anmeldefenster verschwindet einfach

Problem

Office 365 wurde korrekt und mit aktiviertem „Shared Computer Activation“ installiert. Nach einer Weile berichten Benutzer von „unlizenziertem Office“ und das man seine Lizenz nicht mehr aktivieren könne.

Das Anmelde-Feld erscheint zwar, man kann hier seine E-Mail Adresse auch eingebene, aber dann verschwindet es wieder und Office wird nicht aktiviert. Es gibt keine Fehler und sogar die Ereignisanzeige bleibt leer.

Lösung

Standardmäßig verwendet Microsoft Office 365 ProPlus (seit Version 2016) die Frameworkbasierte Authentifizierung der Azure Active Directory-Authentifizierungsbibliothek („ADAL“). Nach der Umstellung auf die neue „modern Authentication“ via „WAM“ passieren aber leider häufiger mal Fehler.

Es hilft zuverlässig, WAM und ADAL einfach zu überspringen:

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Common\Identity]
"DisableADALatopWAMOverride"=dword:00000001

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Common\Identity]
"DisableAADWAM"=dword:00000001

Das geht natürlich auch per Gruppenrichtlinie (GPO) im Benutzerkontext (Benutzerkonfiguration) und benötigt nicht mal einen reboot.

Erlärung

Ab Build 16.0.7967 verwendet Office nun den „moderneren“ Web Account Manager („WAM“) für Office-Anmelde-Workflows. Es war auch mal wieder Zeit für neue TLAs. Selbiger bringt, wie immer, einige spannende neue „Eigenheiten“ mit.

WAM sucht beim Start nach den neuen Voraussetzungen für den Identity Providers (IdP), die beim Zusammenführen von Office 365 Konten verwendet werden (IdP IDReg_Match). Für synchronisierte Domänen an sich ein segen – es funktioniert nun auch der lokale UPN. Theoretisch.

Wenn Windows 10 oder Windows Server 2019 mit einem lokalen Active Directory verbunden ist, muss der IdP für WAM/O365 nun aber das sogenannte „WS-Trust-Protokoll“ (respektive Flag) unterstützen. Dies geschieht aber nicht automatisch in allen Konfigurationen; warum das oft nicht der Fall ist, haben wir noch nicht herausgefunden. Wenn beispielsweise das Authentifizierungstoken eines Benutzers ungültig wurde, zum Beispiel beim Kennwort-Zurücksetzen oder deaktivieren eines Nutzers, versucht das WAM den Benutzer erneut zu authentifizieren. Soweit idst das ja auch richtig – aber man erwartet hier nun das altbekannte Popup-Fenster des IdP, das bei einem fehlgeschlagenen Zugriff aber nur kurz geöffnet und dann sofort wider geschlossen wird wenn das Flag nicht korrekt/lesbar/vorhanden ist.

Outlook 2013/2016/365 Archivierung funktioniert nicht richtig, alte Elemente werden nicht korrekt archiviert

Mit der coolen Archivierungsfunktion in Microsoft Outlook kann man sein Postfach bereinigen und alte Objekte (beispielsweise Dinge im Ordner Gesendete Objekte oder dem Posteingang) in eine Archivdatei verschieben.

Dies ist öfters notwendig, wenn man ein Exchange-Postfach mit Größenlimitierung verwendet.

Problem

Outlook archiviert (scheinbar) nicht „korrekt“, oder vielmehr wie erwartet. Man möchte Beispielsweise Mails eines Jahres (… von 1. Januar bis 31. Dezember …) archivieren, aber einige (wenn nicht alle) Mails verbleiben standhaft im Quellordner.

Vielen Admins ist dabei vermutlich aufgefallen, dass Outlook trotz der Vorgabe, Objekte bis zu einem bestimmten Datum zu sichern, einige alte Objekte wie Mails trotzdem nicht ins Archiv verschiebt.

Lösung

Der Grund ist die Umstellung, dass Outlook nicht (mehr) vom Datum des Objektes ausgeht, sondern vom Änderungsdatum. Selbiges ist natürlich weder offensichtlich noch überhaupt ohne weiteres einsichtig.

Zudem wird das Datum bei jedem Zugriff auf das Element gesetzt, sodaß ein simples öffnen einer Nachricht oder das Verschieben in einen anderen Ordner das Änderungsdatum aktualisiert. Natürlich tut das ein guter Virenscanner auch regelmäßig.

Dieser Registry-Key stellt das Verhalten wieder zurück:

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\Preferences]
"ArchiveIgnoreLastModifiedTime"=dword:00000001

Fact: Interessanterweise lautet die Archivierungsrichtlinie im „Exchange Online Archive“ vermutlich daher auch korrekt, wenn auch etwas holperig: „Elemente die länger als … im Ordner … gespeichert waren ohne benutzt worden zu sein“.

Outlook Programmgesteuerter Zugriff per GPO

Problem:

Ein externes Programm greift (automatisiert) auf Outlook zu. Dabei kommt es (sofern kein aktueller Virenscanner verfügbar) oft zu Bestätigungsmeldungen. (Meist kann man den Zugriff dann für bis zu 10 Minuten gewähren.)

In diesem fall soll auf einem Windows Server mit installiertem Outlook ein Prozess automatisiert werden. Dazu muss die automatisierungssoftware aber auf Outlook zugreifen können, ohne dass ein Benutzer aktiv diese Berechtigung vergeben kann.

Die Optionen im Trust Center („Programmgesteuerter Zugriff“) sind allerdings ausgegraut.

Lösung:

Die Steuerung der Trust Center Optionen ist (sogar noch etwas detaillierter) via GPO (ADMX-Vorlage) möglich.

Dazu werden die ADMX-Templates für die entsprechende Office-Version benötigt (Hier gibt’s die für Office 2016/2019 und Office365)

Nachdem selbige installiert wurden, findet man die passenden Einstellungen in den Gruppenrichtlinien hier:

Benutzerkonfiguration > Richtlinien > Administrative Vorlagen > Microsoft Outlook 2016 > Sicherheit > Sicherheitsformulareinstellungen

Zunächst muss hier die Einstellung „Outlook Sicherheitsmodus“ Aktiviert und als „Outlook-Sicherheitsrichtlinie: Outlook-Sicherheitsgruppenrichtlinie verwenden“ ausgewählt werden.

Danach lassen sich im Bereich „Programmatische Sicherheit“ die entsprechenden Meldungen konfigurieren. Die meisten externen Anwendungen benötigen hier „Eingabeaufforderung für Outlook-Objektmodell beim Lesen von Adressinformationen konfigurieren“ und „Eingabeaufforderung für Outlook-Objektmodell beim Senden von E-Mail konfigurieren“ Aktiv und „Schutzverhalten: Automatisch genehmigen„.

Microsoft „Teams“ mittels Gruppenrichtlinie aus dem Autostart entfernen oder hinzufügen

Teams ist der neue Hauptclient für eine schnelle und intelligente Kommunikation in Office 365 und ersetzt grade mit Lichtgeschwindigkeit Skype for Business (Online). Leider setzt Microsoft das grade etwas ungeschickt um und verteilt den Teams Client in Office-Updates mit konfigurierter Autostart-Option.

Teams aus Autostart entfernen (GPO)

Notwendig ist die Erstellung und Verknüpfung einer Gruppenrichtlinie, die den unerwünschten RUN-Eintrag aus der Registry der Benutzern entfernt.

GPO erstellen, dann unter Benutzerkonfiguration > Einstellungen > Windows-Einstellungen > Registrierung > Neu:

Aktion:         Löschen 
Struktur:       HKEY_CURRENT_USER 
Schlüsselpfad:  SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run 
Wertname:       com.squirrel.Teams.Teams 

Teams zu Autostart hinzufügen

Das Hinzufügen funktioniert genauso – nur mit der Aktion „Erstellen“. Der zugehörige Befehl lautet allerdings anders als das original.

Original (funktioniert NICHT)
C:\Users\%username%\AppData\Local\Microsoft\Teams\Update.exe --processStart "Teams.exe" --process-start-args "--system-initiated"
So funktioniert es:

C:\Users\%username%\AppData\Local\Microsoft\Teams\Update.exe --processStart "Teams.exe" --process-start-args "--user-initiated" 

Outlook Abwesenheitsassistent Automatische Antworten – Server nicht verfügbar

Problem

Man möchte in seinem Outlook den Autoresponder aktivieren (Automatische Antworten / Abwesenheitsassistent), allerdings bekommt man lediglich folgenden Hinweis:

Ihre Einstellungen für automatische Antworten können nicht angezeigt werden, da der Server zurzeit nicht verfügbar ist.

oder englisch:
Your automatic reply settings cannot be displayed, because the server is currently unavailable. Try again later.

Lösung

Häufig liegt dies an falsch konfigurierten Autodiscover-Einstellungen, Proxys (bzw. fehlende Ausnahmen) vor dem Exchange-Server oder falschen Zertifikaten.

In einigen Fällen, kann es allerdings auch mit Authentifizierungsfehlern zu tun haben (der erste Hinweis in diese Richtung war: https://support.microsoft.com/en-us/help/2596516/your-out-of-office-settings-cannot-be-displayed-because-the-server-is)

In unserem Fall waren die Anmeldedaten an sich allerdings korrekt (das Profil wurde auch via SSO eingerichtet, alles super). Schuld waren letztendlich gespeicherte Windows-Anmeldedaten in der Anmeldeinformationsverwaltung. Sobald diese entfernt wurden klappen auch die Automatischen Antworten wieder.

Vermutlich sind die Anmeldedaten dort gelandet, da vorher ein weiteres Postfach im Outlook eingerichtet war. Sobald hier die Zugangsdaten einmal gespeichert werden, kommt der genannte Fehler wieder zustande.

Microsoft OneDrive Explorer-Fenster öffnet sich ständig von selbst

Problem

Ein Anweder klagt, es würde sich sporadisch und vor allem ohne Zutun ein Explorer-Fenster öffnen, das den Inhalt der Microsoft OneDrive (for Business) zeigt.

Lösung

Der Nutzer hat recht, es gibt tatsächlich einen Geist der das Fenster „von selbst“ öffnet. Und zwar aus der Zeit vor dem Windows 10 Update; war auf dem PC vorher schon OneDrive installiert, entfernt das Upgrade zwar die alte OneDrive-Installation, nicht aber den Update-Task dazu.

In der Aufgabenplanung nach „Microsoft OneDrive Auto Update Task“ suchen. Wenn dieser im Format „Microsoft OneDrive Auto Update Task-S-x-x-xx-xxxxxxxxxx-xxxxxxxxx-xxxxxxxxxxx-xxxx“ angelegt ist und auf „%localappdata%\Microsoft\OneDrive\OneDrive.exe /autoupdate“ zeigt, ist dieser veraltet und löst das Fenster aus.

Diesen Task einfach deaktivieren, schon ist Ruhe.

Die „richtigen“ geplanten Aufgaben heissen „OneDrive Standalone Update Task“ und zeigen auf den Installer in „%localappdata%\OneDrive\17.3.6517.0809\OneDriveStandaloneUpdater.exe“.

„Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden.“ mit Office 365 ProPlus

Trotz korrekter Terminalserver-Installation kommt es seit Ende der Jahres 2018 unter Windows Server 2016 in einer RDS-Umgebung häufiger zu diesem Fehler beim Start der Office-Anwendungen:

Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden. Damit Microsoft Office auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, verwendet werden kann, müssen Sie eine Volumenlizenzedition von Office verwenden.
Diese Kopie von Microsoft Office kann auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, nicht verwendet werden. Damit Microsoft Office auf einem Computer, der die Terminaldienste ausführt, verwendet werden kann, müssen Sie eine Volumenlizenzedition von Office verwenden.

Der Inhalt dieser Meldung ist mit Office ProPlus natürlich Unsinn und nur ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Office ProPlus (oder auch „O365ProPlusRetail“) dürfen durchaus in RDS-Umgebungen genutzt werden.

Eigentlich sorgt bei der Installation der Klick-und-Los Variante („setup /configure“) der Eintrag „SharedComputerLicensing“ in der XML-Datei für die richtige Konfiguration; das scheint aber nicht immer so richtig zu klappen. Vor allem unter Office 2019 (das nur Office365 heißt) ist das der Fall – vermutlich weil sich der zugehörige Registry-Schlüssel geändert hat. Früher wohnte dieser in Office\<version>\ClickToRun, nun entfällt <version>.

„Richtige“ Bereitstellungsdatei

<Configuration>
  <Add OfficeClientEdition="32" Channel="Monthly">
    <Product ID="O365ProPlusRetail">
      <Language ID="de-de" />
    </Product>
  </Add>
<Updates Enabled="TRUE" Channel="Monthly" />
<Display Level="NONE" AcceptEULA="TRUE" />
<Property Name="AUTOACTIVATE" Value="1" />
<Property Name="SharedComputerLicensing" Value="1" />  <--_HIER____
</Configuration>

Lösung

Wenn das mal wieder nicht so recht geklappt zu haen scheint, kann man den notwendigen Registry-Eintrag jederzeiot von Hand hinzufügen und schon ist Office wieder Terminalserver-Fähig.

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\ClickToRun\Configuration
   Name: SharedComputerLicensing
   Typ: REG_SZ ("Zeichenfolge")
   Inhalt: 1

Es ist kein reboot notwendig, nach einem Neustart der Anwendungen läuft Office ohne Fehler.