IIS reverse Proyxy HTTP-Header setzen zeigt nur „Fehler 500“ Seiten

Problem

Eine Webanwendung beötigt bestimmt Header aus dem IIS (URL-Rewrite) Revese-Proxy. Oft gesehene Kandidaten sind beispielsweise:

  • HTTP_X_FORWARDED_HOST
  • HTTP_X_FORWARDED_PROTO
  • HTTP_X_FORWARDED_FOR

Konfiguriert man das nur innerhalb der URL-Rewrite-Regel, ist die Site sofort mit einem Serverfehler 500 nicht mehr erreichbar. Kann der IIS etwa keine Header hinzufügen oder ersetzen?

Lösung

Die Servervariablen, oder auch HTTP-Header, müssen vorher im IIS, beispielsweise auf Serverebene oder Siteebene, definiert werden. Nicht-Definierte Servervariablen können durch Regeln im nachhinein nicht ge- oder ersetzt werden. Das ist aus Sicherheitsgründen ja auch sinnvoll, nur vielleicht etwas irritierend umgesetzt.

1. Servervariablen definieren

Beispiel: Links die höchste Ebene (<SERNAME>) auswählen und im rechten Fenster doppelt auf „URL Rewrite“ klicken. Das ist natürlich auch auf Site-Ebene möglich, wir definieren dieses Beispiel aber im Server, damit die Variablen für alle Sites des Server gelten können. Danach gibt es rechts in der „Action Pane“ einen Link „Servervariablen anzeigen …“

… und schlussendlich kann man dort über „Hinzufügen“ die Variablen die man nutzen oder ändern möchte hinzufügen. Der Titel der pane „Zulässige Servervariablen“ weist auch deutlich in die richtige Richtung. Was hier nicht definiert ist, ist Serverseitig nicht zulässig. Serverseitig, weil eine Anwendung selbst natürlich Header senden und setzen kann, wie sie das möchte.

2. Servervariablen setzen oder ersetzen

Danach kann man in jeder Rewrite-Regel besagte Variablen (=Header) setzen oder ersetzen, ohne das der Server über einen „Error 500“ stolpert.

Exchange Abwesenheitsbenachrichtigung (Out of office reply) nur an bekannte Absender zuslassen

Problem

Exchange-Absenheitsbenachrichtigungen (Out of Office replys) sind traditionell ein schwerwiegender Punkt interessanter Diskussionen. Technisch simpel umgesetzt, birgt das Konzept viele Gefahren für schweren Mißbrauch (Amplification-Attack, Spam, Datenschutz, Überwachung, Einbruch …).

Ein oft eingesetzer Kompromiss ist der Versand nur an „bekannte“ Absender. Da dem Exchange aber nicht alle Absender „bekannt“ sind (Exchange kann nachvollziehbarerweise nicht in Echtzeit alle Kontakte in allen Mailboxen durchsuchen) muss das pro Mailbox passieren. Outlook sieht diese Möglichkeit sinnvollerweise auch (als Mailboxsetting) vor. Leider bleibt die Auswahl weiterhin dem „fehleranfälligen“ Benutzer überlassen.

Nur in Outlook: „Jeder außerhalb meiner Organisation“ ist weiterhin anwählbar

Lösung

Die die Einstellung Serverseitig, also pro Mailbox, definiert ist, hilft hier eine Gruppenrichtlinie (GPO) nicht weiter. Diese würde vielleicht Outlook betreffen, aber von OWA und allen anderen E-Mail-Clients ignoriert werden.

Da diese Einstellung aber Pro-Exchange-Mailbox gesetzt wird, kann man via Powershell die gesetzte Einstellung relativ einfach „korrigieren“. Wir haben dazu dieses Script erstellt, das nebenbei auch den „Powershell state: busy“ Fehler umgeht, der auftritt wenn man zu viele Requests an die Exchange-API gleichzeitig sendet (foreach statt einfach |set).

$Session = New-PSSession -ConfigurationName Microsoft.Exchange -ConnectionUri http://MEINSERVER.MEINFQDN/PowerShell/ -Authentication Kerberos
Import-PSSession $Session -AllowClobber
Import-Module ActiveDirectory -ErrorAction STOP

Function ChangeMailboxListWithExternalAudience {
    $MailboxListWithExternalAudience = Get-Mailbox | Get-MailboxAutoReplyConfiguration | where { ($_.AutoReplyState -eq "Enabled") -AND ($_.ExternalAudience -eq "All") }

    foreach ($eintrag in $MailboxListWithExternalAudience) { 
        Set-MailboxAutoReplyConfiguration $eintrag.Identity -ExternalAudience "Known"
    }
}

ChangeMailboxListWithExternalAudience

Das Script wird einfach regelmäßig via „Geplante Aufgaben“ ausgeführt und rediziert so die Angriffsfläche auf einen (relativ) kleinen zeitlichen Versatz.

Bein Einsatz des Scripts auf die ExecutionPolicy achten!

Taskmanager zeigt keine CPU-Last Graphen mehr an

Problem

Der Windows Taskmanager zeigt keine CPU-Last Graphen mehr an. Es gibt zwar pro Kern eine Box, aber es wird keine Last (keine „Linie“) mehr angezeigt.

Die Graph-Anzeige bleibt leer (nicht wie hier im Bild)

Lösung

Sowohl der Windows Client (Windows 10) als auch Windows Server (2016/2019) scheinen Schwierigkeiten mit der Ermittlung der CPU-Last für den Taskmanager zu haben, wenn eine externe Lastverwaltung die Leistungsaufnahme der CPU regelt. Mit „extern“ sind hier Hardwareseitige Systeme wie das BIOS (EFI-Controller) gemeint.

In HP-Servern ist das schnell gefixt: Im BIOS einfach dem Betriebssystem die Kontrolle über die CPU-Performance/CPU-Last zurückgeben.

HPE ProLiant Server öffnen mit F9 ihr Bios, dort unter „Power Profiles“ den „HP Power Regulator“ abschalten und auf „OS Control Mode“ zurückstellen.

Negative Folgen wie eine Performanceänderung, andere Leistungsaufnahme oder instabile Systeme konnten wir nicht beobachten. Aber der Taskmanager funktioniert sofort wieder und liefert dem grapen schicke neue Werte.

WSUS Clients Fehler 0x80244010 (WU_E_PT_EXCEEDED_MAX_SERVER_TRIPS)

Problem

Fehler 0x80244010

Windows 7 Clients bekommen „auf einmal“ keine Updates mehr von einem WSUS-Server. Andere Windows-Clients und Server hingegen scheinen Fehlerfrei zu funktionieren.

Der Angegebene Fehlercode lautet 0x80244010

Im WindowsUpdate-log findet man den Eintrag:

WARNING: Exceeded max server round trips: 0x80244010 

Lösung

Dieser Fehler hat zwei mögliche Ursachen, die erste Clientseitig und die andere (WSUS-) Serverseitig.

Serverseitig ist der WSUS auf 200 „Trips“ beschränkt, also 200 Anfragen eines Clients für alle Updates pro Ziel. Das kann ab einem bestimmten Patchlevel etwas knapp werden. Hier hilft eigentlich nur „nochmal klicken“. Nach 5-7 Versuchen klappt das dann plötzlich.

Serverseitig hilft es auch oft, das Größenlimit der zurückgelieferten Updateliste (XML) zu enfernen. Standartmäßig sind das 5Mbyte, was bei Windws 7 schon mal etwas knapp werden kann. Den Konfigurationseintrag im WSUS bearbeitet man in der SQL-Konsole (SQL Management Stusio) wie folgt:

USE SUSDB
GO
UPDATE tbConfigurationC SET MaxXMLPerRequest = 0

Clientseitig hilft dann meist der Klassiker: Das Windows-Update einmal komplett und gründlich zurücksetzen. Hier die Befehle für die (CMD) Shell.

net stop Bits
net stop WuAuServ 
net stop CryptSvc
rd /s /q %windir%\SoftwareDistribution 
reg delete HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\WindowsUpdate /v SusClientId /f
reg delete HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\WindowsUpdate /v SusClientIdValidation /f
net start Bits
net start WuAuServ 
net start CryptSvc 
wuauclt /resetauthorization /detectnow 
Und schon funktioniert Windows Update wieder

Windows Server Fenster „Ereignisprotokollierung“ zu „Warum wurde der Computer unerwartet heruntergefahren“ erscheint bei jeder Anmeldung

Problem

Bei jeder Anmeldung an einem Windows Server oder einem Windows 10 erscheint das Eingabefenster „Ereignisprotokollierung“ mit der Frage, warum denn das System so unerwartet heruntergefahren wurde. Egal wie oft man dies ausfüllt und egal was man einträgt, die Meldung erscheint immer wieder. Ob „Anderer Grund“ oder Geplant, ständig nervt dieses Fenster.

Lösung

Windows legt die Informationen über den letzten „Unerwarteten“ Systemshutdown in einem Registry-Schlüssel ab. Um die Meldung loszuwerden, löscht man einfach diese drei Einträge:

HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Reliability

DirtyShutdown
DirtyShutdownTime
LastAliveStamp
TimeStampInterval

… und schon ist die Meldung verschwunden.

Outlook 2013/2016/365 Archivierung funktioniert nicht richtig, alte Elemente werden nicht korrekt archiviert

Mit der coolen Archivierungsfunktion in Microsoft Outlook kann man sein Postfach bereinigen und alte Objekte (beispielsweise Dinge im Ordner Gesendete Objekte oder dem Posteingang) in eine Archivdatei verschieben.

Dies ist öfters notwendig, wenn man ein Exchange-Postfach mit Größenlimitierung verwendet.

Problem

Outlook archiviert (scheinbar) nicht „korrekt“, oder vielmehr wie erwartet. Man möchte Beispielsweise Mails eines Jahres (… von 1. Januar bis 31. Dezember …) archivieren, aber einige (wenn nicht alle) Mails verbleiben standhaft im Quellordner.

Vielen Admins ist dabei vermutlich aufgefallen, dass Outlook trotz der Vorgabe, Objekte bis zu einem bestimmten Datum zu sichern, einige alte Objekte wie Mails trotzdem nicht ins Archiv verschiebt.

Lösung

Der Grund ist die Umstellung, dass Outlook nicht (mehr) vom Datum des Objektes ausgeht, sondern vom Änderungsdatum. Selbiges ist natürlich weder offensichtlich noch überhaupt ohne weiteres einsichtig.

Zudem wird das Datum bei jedem Zugriff auf das Element gesetzt, sodaß ein simples öffnen einer Nachricht oder das Verschieben in einen anderen Ordner das Änderungsdatum aktualisiert. Natürlich tut das ein guter Virenscanner auch regelmäßig.

Dieser Registry-Key stellt das Verhalten wieder zurück:

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Outlook\Preferences]
"ArchiveIgnoreLastModifiedTime"=dword:00000001

Fact: Interessanterweise lautet die Archivierungsrichtlinie im „Exchange Online Archive“ vermutlich daher auch korrekt, wenn auch etwas holperig: „Elemente die länger als … im Ordner … gespeichert waren ohne benutzt worden zu sein“.

Windows Drucker taucht immer wieder auf

Problem

Ein Freigegebener Drucker von einem Druckserver taucht auf einer Windows-Maschine (in unserem Fall ein Windows Server 2016 RDS-SH) für mehrere Benutzer immer wieder auf.

Wenn man die (Hardware)-Eigenschaften überprüft, stellt man einen Zielpfad mit einer SID fest – scheinbar hat der Effekt irgendetwas mit einem bestimmten Benutzer zu tun.

Lösung

Schnelle Abhilfe schaft das einmalige vollständige entfernen des Client Side Rendering Print Provider Servers, an welchem der Drucker freigegeben ist.

Dazu einfach auf dem betroffenen Computer (oder Server) den folgenden Registry-Key entfernen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Print\Providers\Client Side Rendering Print Provider\Servers\printserver.example.com

Sollte der Printserver dort mehrfach auftauchen (z.B. mit Servername und FQDN) am besten beider Keys löschen.

Danach die Maschine einmal neu booten und der Drucker ist verschwunden. Es kann dann vorkommen, dass Benutzer die den Drucker vorher noch zur Verfügung hatten, diesen nun als „Offline“ sehen, dann kann er einfach entfernt und neu Verbunden werden.