Buchungsanfrage abgelehnt: „Die Ressource akzeptiert keine Besprechungen, die länger als 1440 Minuten dauern“

Problem

Eine Ressource lässt sich in Exchange 2016/2019 nicht länger als einen Tag lang (1440 Minuten) buchen. Für Autos oder Leihgeräte sind mehrere Tage oder Wochen aber notwendig.

Lösung

Das ist richtig, die maximale Standartzeit für gebuchte Ressourcen ist 24 Stunden.

Früher gab es mal das Cmdlet Get-MailboxCalendarSettings, mit dem man die Buchungszeit (MaximumDurationInMinutes) einstellen konnte. Dieser Befehl wurde aber (ganz ohne die übliche „Deprecated“ Meldung) abgelöst. Hier sind die neuen.

Einstellung (für die Ressource „Auto*“) anzeigen

[PS] C:\>Get-CalendarProcessing -Identity vw* | fl maximumd*

MaximumDurationInMinutes : 1440

Einstellung ändern

[PS] C:\>Set-CalendarProcessing -Identity vw* -MaximumDurationInMinutes 2147483647

Der Wert ist ein Int32, 2147483647 also das Maximum. Knapp 4000 Jahre reichen aber auch für langfristiges ausleihen aus.

Outlook Abwesenheitsassistent Automatische Antworten – Server nicht verfügbar

Problem

Man möchte in seinem Outlook den Autoresponder aktivieren (Automatische Antworten / Abwesenheitsassistent), allerdings bekommt man lediglich folgenden Hinweis:

Ihre Einstellungen für automatische Antworten können nicht angezeigt werden, da der Server zurzeit nicht verfügbar ist.

oder englisch:
Your automatic reply settings cannot be displayed, because the server is currently unavailable. Try again later.

Lösung

Häufig liegt dies an falsch konfigurierten Autodiscover-Einstellungen, Proxys (bzw. fehlende Ausnahmen) vor dem Exchange-Server oder falschen Zertifikaten.

In einigen Fällen, kann es allerdings auch mit Authentifizierungsfehlern zu tun haben (der erste Hinweis in diese Richtung war: https://support.microsoft.com/en-us/help/2596516/your-out-of-office-settings-cannot-be-displayed-because-the-server-is)

In unserem Fall waren die Anmeldedaten an sich allerdings korrekt (das Profil wurde auch via SSO eingerichtet, alles super). Schuld waren letztendlich gespeicherte Windows-Anmeldedaten in der Anmeldeinformationsverwaltung. Sobald diese entfernt wurden klappen auch die Automatischen Antworten wieder.

Vermutlich sind die Anmeldedaten dort gelandet, da vorher ein weiteres Postfach im Outlook eingerichtet war. Sobald hier die Zugangsdaten einmal gespeichert werden, kommt der genannte Fehler wieder zustande.

Windows Server 2019 RRAS startet nicht (8007042a) – NPS Event 4405

Problem

Ein Frisch installierter Windows Server 2019 mit konfigurierter Routing & RAS Rolle möchte den RRAS Dienst nicht starten – „Dienstspezifischer Fehler 8007042a“

Das System-Eventlog zeigt ein paar Events des Netzwerkrichtlinienservers (NPS) – unter Anderem Event-ID 4405

NPS kann die Kontoinformationen nicht im primären Datenspeicher (C:\Windows\system32\LogFiles\IN1906.log) protokollieren. Aufgrund dieses Protokollierungsfehlers verwirft NPS alle Verbindungsanforderungen. Fehlerinformationen: 22.

Lösung

Der RRAS-Dienst muss vor dem NPS starten. Dazu einfach den Starttyp von „Routing und RAS“ auf Automatisch und den vom „Netzwerkrichtlinienserver“ auf Automatisch (Verzögerter Start) stellen und schon funktionieren beide korrekt.

Sollte es noch nicht klappen, könnte auch noch die Windows Defender Firewall schuld sein:

Der Fehler ist mehr oder weniger bekannt (siehe https://windowsserver.uservoice.com/forums/295059-networking/suggestions/35724043-fix-default-nps-firewall-rules-for-server-2019 )

Das Problem sind fehlerhafte Standard-Firewallregeln für den NPS. Fügt man manuell eine Regel hinzu, welche die beiden UDP Ports 1812 und 1813 eingehend erlaubt (das deaktivieren der Firewall hilft hier nicht), reicht ein Neustart des NPS und anschließend klappt auch das starten des RRAS-Dienstes.

Windows 10 1809 Websuche im Startmenü abschalten

Diese blöde unnütze Websuche im Windows 10 Startmenü ist deutlich häufiger lästig als hilfreich. Natürlich gibt es keine Möglichkeit, diese in der Systemsteuerung auszuschalten.

So gehts:

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search]
"BingSearchEnabled"=dword:00000000

Microsoft OneDrive Explorer-Fenster öffnet sich ständig von selbst

Problem

Ein Anweder klagt, es würde sich sporadisch und vor allem ohne Zutun ein Explorer-Fenster öffnen, das den Inhalt der Microsoft OneDrive (for Business) zeigt.

Lösung

Der Nutzer hat recht, es gibt tatsächlich einen Geist der das Fenster „von selbst“ öffnet. Und zwar aus der Zeit vor dem Windows 10 Update; war auf dem PC vorher schon OneDrive installiert, entfernt das Upgrade zwar die alte OneDrive-Installation, nicht aber den Update-Task dazu.

In der Aufgabenplanung nach „Microsoft OneDrive Auto Update Task“ suchen. Wenn dieser im Format „Microsoft OneDrive Auto Update Task-S-x-x-xx-xxxxxxxxxx-xxxxxxxxx-xxxxxxxxxxx-xxxx“ angelegt ist und auf „%localappdata%\Microsoft\OneDrive\OneDrive.exe /autoupdate“ zeigt, ist dieser veraltet und löst das Fenster aus.

Diesen Task einfach deaktivieren, schon ist Ruhe.

Die „richtigen“ geplanten Aufgaben heissen „OneDrive Standalone Update Task“ und zeigen auf den Installer in „%localappdata%\OneDrive\17.3.6517.0809\OneDriveStandaloneUpdater.exe“.

Veeam „Unable to update SQL backupset for instance SQLEXPRESS : Code = 0x80040e09 Code meaning = IDispatch error #3081“

Veeam Backup&Replication beendet seit dem Update 3a alle Backup-Jobs die Windows Server mit einem installierten SQL-Server Express Edition beinhalten mit einem gelben „Warning“ Hinweis. Das passiert auch bei SQL-Servern, deren Application-Aware Benutzer zu wenig Berechtigungen auf den Datenbanken besitzt. Die Maschine an sich wird aber gesichert.

Die Warnung lautet

Unable to update SQL backupset for instance SQLEXPRESS : Code = 0x80040e09
Code meaning = IDispatch error #3081 Source = Microsoft OLE DB Provider for SQL Server
Description = The UPDATE permission was denied on the object 'backupset', database 'msdb', schema 'dbo'.

Das passiert, weil der Benutzer der von Veeam für das Application-Aware Processing genutzt wird, standartmäßig zu wenig Berechtigungen in einer SQL Express Edition (EE) Datenbanken besitzt um die Transaktionsprotokolle zu markieren. Der Fehler tritt erst seit Update 3a auf, weil Veeam dort das Verhalten des Agenten geändert (=korrigiert) hat.

Lösung

Die Berechtigungen in der Datenbank müssen nur schnell angepasst werden. Das geht am einfachsten mit dem SQL Management Studio. Standartmäßig steht eine SQL-Express Instanz alledings nur auf dem lokalen Host zu Verfügung, weswegen man das SSMS entweder auf dem betrroffenen Server installieren muss, oder die SQL-Instanz über das Netzwerk erreichbar macht.

Welche Application-Aware Processoin Credentials werden verwendet?

Das kann man direkt im Job nachschlagen, unter Guest Processing > Guest OS Credentials.

Dann …

  • SSMS „Als Administrator“ starten und mit localhost\sqlexpress verbinden
  • Falls noch nicht geschehen, unter Sicherheit > Anmeldungen den betreffenden Benutzer hinzufügen.
  • Dann dem Benutzer links unter „Serverrollen“ die Rolle „sysadmin“ zuweisen.

Powershell Scripts starten in der Aufgabenplanung nicht (Ergebnis 0x1)

Problem

Im Taskplaner (Aufgabenplanung) angelegte Powershell-Scripte (*.ps1) starten trotz „richtigem“ Aufruf (%System32%\WindowsPowerShell\v1.0\powershell.exe …) nicht und geben das Ergebis 0x1 zurück

Lösung

Meistens ist die ExecutionPolicy schuld. Mal ist es der 32bit-Powershell-Interpreter, dann wieder 64bit. Die Aufgabenplanung startet per Default x64, aber beide Interpreter haben eigene Policys. Es kann auch eine lokale- oder nichtlokale Profileinstellung sein oder Policy-Changes nach einem Update Es gibt viele Ursachen. Es hat sich daher bewährt, die Policy pro Script zu umgehen:

powershell.exe -NoProfile -NoLogo -NonInteractive -ExecutionPolicy Bypass -File \\<SERVER>\<FREIGABE>\<SCRIPT>.ps1

-NoProfile Stell sicher, das das Script ohne ein lokales Profil ausgeführt wird und somit immer „kollisionsfrei“ bleibt. Außerdem vermeidet man so den langsamen Overhead sämtlichen Profilcodes/aliases/Snipplets/Imports.
-NoLogo Lässt das Startlogo weg. Hilfreich wenn man den vollständigen Output umleitet. Und total gut fürs Admin-Gefühl.
-NonInteractive Umgeht Wartezeiten für Benutzereingaben, indem es letztere weglässt; genauer: durch ein ‚exit 100‘ ersetzt. Das Script hängt also nicht mehr bei Prompts, sondern beendt siche selbst mit dem Fehler 0x100.
-ExecutionPolicy Bypass Umgehen die lokale Executionpolicy. ‚unrestricted‘ ist natürlich ebenfalls möglich. Wir empfehlen aber ‚Bypass‘, weil das Probleme mit globalen Konfigurationsänderungen der Policys (jetzt und in Zukunft) umgeht.