Nach dem Upgrade der VMware Tools auf Version 13 (0.1.0+) startet der „VMware Tools“ Dienst auf virtuellen Maschinen (VMs) unter Windows Server 2019 nicht mehr. Versucht man das manuell, sieht man im Anwendungs-Ereignisprotokoll die Meldung:
Name der fehlerhaften Anwendung: vmtoolsd.exe, Version: 13.0.5.0,
Name des fehlerhaften Moduls: MSVCP140.dll, Version: 14.36.32532.0,
Ausnahmecode: 0xc0000005
Fehleroffset: 0x0000000000012f58
ID des fehlerhaften Prozesses: 0x2b8
Pfad der fehlerhaften Anwendung: C:\Program Files\VMware\VMware Tools\vmtoolsd.exe
Pfad des fehlerhaften Moduls: C:\Windows\SYSTEM32\MSVCP140.dll
Vollständiger Name des fehlerhaften Pakets:
Anwendungs-ID, die relativ zum fehlerhaften Paket ist:
Lösung
Die jeweils aktuelle Microsoft Visual C++ Redistributable (14) installieren und neu starten.
Bereits ab vSphere 6.7 kann man ein virtuelles Trusted Platform Module (vTPM) zu VM Gästen hinzufügen. Damit können Gastbetriebssysteme ihre privaten Schlüssel in einem „physischen“ (meint: VM-Hardware) TPM 2.0-Chips erstellen und speichern. Für den Gast ist das vollständig transparent, dieser kann nicht feststellen das er nicht mit einem „echten“ TPM spricht.
Der wesentliche Vorteil von vTPM ist, dass im ESXi-Host kein physischer TPM-Chip eingebaut sein muss. Server-TPMs sind ja auch nicht gerade günstig. Die Secrets aus dem vTPM wiederum werden (verschlüsselt) in der .nvram Datei des ESXi zu jeder VM einzeln und lokal abgelegt.
Die Verschlüsselungsschlüssel für das vTPM selbst wird von einem „Schlüsselanbieter“ verwaltet. Das kann ein externer (KMIP) Key Provider (SKP) oder der im vCenter integrierte Native Key Provider (NKP) sein. Die (zentrale) Verwaltung der Schlüsselanbieter erfordert aber eigentlich immer den Einsatz des vCenters. Windows 11 auf einem ESX-Standalone Host als Gast zu betreiben ist also eigentlich nicht möglich.
Interessanterweise nutzt das vCenter zur Verwaltung nur public vSphere-APIs, die auf ESXi-Hosts verfügbar sind um Schlüssel hinzuzufügen oder zu entfernen. Die Funktionen zur Verwaltung der Schlüssel ist aber ESXi Bestandteil. Das bedeutet, man kann das auch manuell machen: nicht so komfortabel wie ein vCenter Server, aber trotzdem vTPM für VMs auf eigenständigen (Standalone) ESXi-Hosts.
vSphere Master Willian Liam hat dazu einen fantastischen Artikel geschrieben und ein PowerShell-Script erstellt, das einem den Großteil der Arbeit abnimmt.
vTPM auf einem ESXi Host aktivieren, ohne Neustart
⚠️ Wichtig: Nach dieser Prozedur starten VMs nach einem ESX Reboot nicht mehr. Man muss sich um die Schlüsselpersistenz der TPM-Keys selbst kümmern (siehe weiter unten).
vmWare PowerCli Module installieren und importieren, sofern noch nicht geschehen: Install-Module VMware.PowerCLI Import-Module VMware.PowerCLI
PowerCLI mit dem ESXi-Host verbinden: Connect-VIServer -Server ESX.EXAMPLE.COM
Den TPM-Provider einrichten, also den lokalen Host für den Anbieter vorbereiten: Prepare-VMHostForEncryption
Einen ESXi Hostschlüssel erzeugen: New-InitialVMHostKey -Operation CREATE -KeyName "esx10-key-1" ⚠️ Diesen Vorgang nur ein einziges Mal durchführen!
vTPM Schlüssel für VMs erstellen: New-VMTPMKey -Operation CREATE -KeyName "windows-11-key"
Und endlich kann man das vTPM zu den VMs (jeweils einzeln) hinzufügen: Reconfigure-VMWithvTPM -KeyName "windows-11-key" -VMName "EXAMPLE-VM"
⚠️ Schlüsselpersistenz – Schlüssel nach (ESX-) reboots wiederherstellen
Standardmäßig speichert ESXi leider keine Verschlüsselungsschlüssel über einen Neustart hinweg. Man muss alle Host- und VM-Schlüssel nach einem Neustart erneut hinzufügen, sonst lässt sich eine solche VM nicht mehr starten.
Dies ist der Hauptvorteil des vCenters: Das Management des SKP (oder NKP) und der bereitgestellten Schlüssel für die ESXi-Hosts und VMs.
Als Workaround gibt es eine „automatische“ Sicherung der Verschlüsselungsschlüssel im Script. Das CSV-Backup wird bei der Generierung von Host- oder VM-Schlüsseln erstellt. Die Datei heißt tpm-keys.csv und sollte DRINGEND gut gesichert abgelegt werden Mit dieser Sicherungsdatei kann man alle Schlüssel (nach reboots) problemlos wieder auf den ESXi-Host importieren.
Wenn man über einen echten physischen TPM2.0 Chip verfügt (FIFO Modus, nicht CRB – bei HPE-Servern im BIOS umstellen!), kann man die „Schlüsselpersistenz“ im ESXi aktivieren. Damit werden die Schlüssel automatisch auf dem TPM-Chip gespeichert.
Wenn man keinen physischen TPM Chip hat, muss man sicherstellen, dass die Sicherungskopie der Host- und VM Schlüssel vorhanden ist. Nach dem Reboot kann man diese einfach wieder importieren. Man verbindet sich mit dem Host (siehe oben) und importiert die CSV wieder:
Den Erfolgt des Imports kann man jederzeit mit Get-VMHostTPMKeys kontrollieren.
🆘Hinweis zu Windows 11, wenn es nicht mehr bootet
Wenn eine Windows 11 VM nicht mehr neu starten sollte, weil man kein Backup der Schlüssel mehr hat:
VM aus der Bestandsliste entfernen (de-registrieren)
Die VMX Datei der VM manuell bearbeiten
Alle Zeilen, die mit dem vTPM zu tun haben löschen: vtpm.ekCSR vtpm.ekCRT vtpm.present encryption.keysafe encryption.data
Dann die VM (*.vmx) erneut zur Bestandsliste hinzufügen
Die VM hat dann zwar eine neue ID bekommen und muss (wahrscheinlich) erneut zur Datensicherungslösung hinzugefügt werden, bootet aber wieder problemlos.
Damit Anwender nicht mit technischen Informationen überfrachtet werden, blenden die meisten aktuellen Browser in der URL-Leiste („Adressleiste“) das verwendete Protokoll (http, https, ftp, chrome …) aus.
Furchtbar: die meisten Browser verbergen vor dem Benutzer, was diese tun.
Für uns Admins ist das wenig hilfreich. Darum kann (=sollte) man in seinen Browsern die Verschlimmbesserung („Trimming“) der URL schnell abschalten.
Firefox: Abschalten der URL-Verkürzung
Öffnen eines neuen Tabs mit der URL about:config (und die „Vorsicht“-Meldung bestätigen)
Die Einstellung browser.urlbar.trimURLs auf false ändern
Google Chrome: Abschalten der URL-Verkürzung
Update: In Chrome ist die Einstellung kein Flag (mehr), sondern tatsächlich in’s UI gewandert und ist jetzt via Kontextmenü (rechtsklick) in der Adresszeile Umschaltbar:
Edge: Abschalten der URL-Verkürzung
Ist nicht nötig. Microsoft zeigt stets ganz Adressen an – das Microsoft einmal zu den „vernünftigen“ Softwareherstellen gehört ist überraschend.
Ein guter alter Begleiter im IT-Alltag ist SFirm, das Banking-Programm der Sparkassen.
Ehrlicherweise ist das eines der deutlich besseren Tools dieser Klasse – und in aller Regel mit herausragendem Support gesegnet. Alleine das SFirm (SFirm32) ist manchmal ein Grund, bei der Sparkasse als Hausbank zu bleiben. Wir sind Admins, wir mögen abgehangene und gut dokumentierte Software. Wir mögen stabile Prozesse. Die Sparkasse auch.
Problem
In einer Support Remotesitzung (z.B. Windows-Remotehilfe, RustDesk, Anydesk, Teamviewer oder ähnliches) wird statt des SFirm-Fensters nur ein schwarzer Bildschirm angezeigt. Genauer: Ein schwarzes SFirm-Fenster, der Rest ist sichtbar. Außerdem sind keine Screenshots oder Aufzeichnungen möglich.
Prinzipiell eine nette Idee um ungewollte Beobachter auszusperren, aber manchmal beim Support hinderlich.
Lösung
Screenshots oder Bildschirmübertragungen von SFirm kann der ausführende Benutzer (kein Admin nötig) mit Tastenkombinationen zulassen. Wenn die Kombination erfolgreich ist, muss der Benutzer die Funktion mit seinem Kennwort freischalten.