Outlook: Hart gelöschte Element außerhalb von „Gelöschte Elemente“ wiederherstellen (z.B. Posteingang)

Problem

Manchmal hat man ein Element in Microsoft Outlook „hart gelöscht“ (dauerhaft gelöscht) und möchte dieses trotzdem wiederherstellen. Wir flinken Admins haben das Problem manchmal bei einem vorschnellen „Shift+Del“ im Posteingang (=“endgültig löschen“). Das klappt aber nicht.

Wenn man vor dem endgültige löschen Elemente nicht in den Ordner Gelöschte Objekte verschiebt, werden diese Elemente (standartmäßig) dauerhaft am Dumpster vorbei wirklich gelöscht. Daher klappt die Wiederherstellung mit „Gelöschte Elemente wiederherstellen“ dort auch nicht.

Lösung

Standardmäßig ist die Funktion „Gelöschte Objekte wiederherstellen“ nur auf dem Ordner „Gelöschte Objekte“ in persönlichen Ordnern des Benutzers aktiviert. An anderen Orten gelöschte Elemente können nicht wiederhergestellt werden.

Man kann das Verhalten ändern

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows\DataCollection]
"DumpsterAlwaysOn"=dword:00000001

Danach Outlook neu starten, fertig.

Als Downloads

Mehr Hintergrundinformationen dazu: https://support.microsoft.com/de-de/help/246153

Office 2016 und Office 365 Fehlercode 30180-4 beim Deinstallieren

Problem

Bei der Deinstallation von Office 365 (Office 2013 / Office 2016) – meistens eine Vorinstallation auf dem neuen PC – taucht nach einer Weile die Fehlermeldung 30180-4 auf.

Das hat leider nicht geklappt.
Leider konnte Office nicht installiert werden. Stellen Sie bitte sicher, dass eine Internetverbindung besteht,
und versuchen Sie dann die Installation erneut.
Fehlercode: 30180-4

Lösung

Das ist ein bekanntes Problem und in der aktuellsten Version des Setups bereits gefixt. Leider verweden OEM-Hersteller noch für eine ganze Weile die alte Version.

Die Sprache und Versionnummer hierbei einfach ignorieren, obwohl das Tool englisch spricht und für „Version 15“ gebaut zu sein scheint, klappt das ausgezeichnet.

Offizieller Support-Artikel: https://support.office.com/de-de/article/Fehlercode-30180-4-bei-der-Installation-von-Office-67f86bff-bea5-45ad-8a63-bb11c2c12eda

Outlook E-Mail Standardschriftart mit GPO festlegen

Praktisch seit dem Erscheinen des ersten Outlook-Clients in „Office 2000“ wünschen sich Unternehmen die Möglichkeit, eine Standartschriftart in E-Mail für Benutzer in der Domöne vorzugeben. Natürlich ist es generell nicht möglich Fonts zu verwenden die der Empfänger nicht besitzt – und man hat ja keine Ahnung welche der Empfänger hat. Aber nunja „bei uns wird das dann ja richtig angezeigt“ scheint das faktenignorierende Killerargument zu sein. Und der Kunde ist ja schliesslich König.

Unter OWA gibt es sowiso bisher keine Möglichkeit, die Standartschriftart vorzugeben. Jeder Postfachnutzer muss das selber machen.

Aufgrund der technischen Unlösbarkeit dieser Herausforderung, gibt es keine Standart-Gruppenrichtlinie (GPO) dafür; jedenfalls nicht bis Windows Server 2016 und Office 2016 (Office365).

Outlook Standartschriftart mit GPO vorgebenSo legt man die Standart-Schriftart für Outlook (Office 365) mittels GPO fest

  1. Einen Outlook-Client wunschgemäß mit der Standartschriftart konfigurieren.
    Je nach Outlook-Version findet sich die Einstellung etwas versteckt. In Outlook 2013/2016 liegt das beispielsweise unter Datei > Optionen > E-Mail > Briefpapier und Schriftarten.
  2. Einstellungen aus der Registry in eine GPO (idealerweise GPO-Preferences) übernehmen
    HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\<Version>\Common\Mailsettings

    Die Einstellung ist ein Wert von Typ „REG_BINARY“ und sieht etwas seltsam aus, das ist aber korrekt so. Es reicht auch eine „Benutzer-Richtlinie“ um den Wert zu vergeben,

Am einfachsten geht das, wenn auf dem client mit Outlook auch die Remoteserver-Verwaltungstools für Windows 10 (RSAT) installiert sind. Dann öffnet man die Gruppenrichtlinienverwaltung einfach auf dem Client, erstellt/bearbeitet das passende Richtlinienobjekt (GPO), fügt unter Benutzerkonfiguration > Einstellungen > Windows-Einstellungen > Registrierung ein neues Element hinzu und wählt die passenden Schlüssel aus.

Zum Beispiel für Outlook 2016 lautet der Registry-Pfad:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\16.0\Common\MailSettings

Die relevanten Schlüssel für die Auswahl der Outlook-Schriftart sind:

  • ComposeFontComplex – Neue E-Mail
  • ComposeFontSimple – Neue E-Mail
  • CReplyFontComplex – Antworten und Weiterleiten
  • CReplyFontSimple – Antworten und Weiterleiten
  • TextFontComplexLokale Anzeige bei Plain-Text E-Mails
  • TextFontSimpleLokale Anzeige bei Plain-Text E-Mails

Outlook 2013/2016 mit einer E-Mail crashen

Ein Kunde meldet sich:

Immer wenn ich diese E-Mail öffne, stürzt mein Computer ab.

Wir, als gestandene Admins, glauben natürlich erstmal nichts und schauen uns das an. Stellt sich raus: Der Kunde hat recht. Er hat eine Mail in seinem Posteingang, die seinen Outlook-Client immer crasht, wenn er die Mail anschaut. Wir leiten uns die Mail weiter (OWA ist nicht betroffen) und stellen fest: Outlook 2013 und 2016 lassen sich mit dieser Nachricht reproduzierbar und überall crashen. Unter jedem Windows. In der Voransicht (Standardmäßig eingeschaltet), beim anklicken, als MSG- oder EML-Datei, immer. Sehr schön!

Nach genauer Analyse stellt sich heraus: Es ist „nur“ der HTML-Word-Viewer. Dieser stolpert über eine einzige Zeile:

<style>table {mso-style-name:Standardowy; width:100%;}</style><br>

Wenn man also anderen Leuten das Outlook abschießen möchte verschickt einfach diese Zeile. Eine Beispiel-Crash-Mail.eml sieht zum Beispiel so aus:

From: Teleweed <wa[email protected]>
To: "Anonymous" <Anonymous>
Subject: This is an outlook crashing example
Date: Fri, 2 Jun 2017 2:22:22 -0200
Content-Type: text/html;

<style>table {mso-style-name:Standardowy; width:100%;}</style><br>

Leider konnten wir den Fehler nicht an Microsoft melden, weil das praktisch unmöglich ist. Weder ein MVP, unser PAM/PSX, die Social-Foren, noch das Feedback, noch die Security noch das Support-Team, noch der Partner-Support konnten oder wollten den Bug annehmen. Also liebe Welt: Happy shooting!

Vielleicht schickt ja mal jemand eine solche Mail an Rajesh Jha oder am besten gleich Satya Nadella 🙂

Update:

Mit dem Code lässt sich scheinbar auch Word an sich zum absturz bringen: Baut man folgendes in den Head eines html-Dokuments und versucht dann, selbiges mit Word zu öffnen kommt es ebenfalls zum Absturz.

<style>table {mso-style-name:Standardowy; width:100%;}</style>

Scheinbar ist das Ganze abhängig von der verwendeten Office-Sprache: Standardowy ist polnisch für „konventionell“. Ersetzt man es z.B. mit „Normale Tabelle“ (mit Anführungszeichen, wegen dem Leerzeichen) lässt es sich mit einem deutschen Word wieder Öffnen. Ein beliebige anderer String (z.B. auch „Table Normal“ aus einem englischsprachigen Word) verursacht den Absturz trotzdem.

Wichtig ist die Kombination aus „mso-style-name:<string>;“ und „width:<size>;“ -> Verwendet man z.B. „height“ gibt es keinen crash. Für <size> spielt es allerdings keine Rolle in welcher Einheit die Angabe erfolgt, Abstürzen tut Word auch mit z.B. 300px

Beispiele (proof of concept) gibt’s hier. („normale-tabelle_prozent.html“ sollte keinen Crash verursachen, der Rest allerdings schon.)

Danke @iSnackyCracky und @teleweed fürs finden und die langwierige Analyse.

Windows 10 Excel 2016 Vorschau (Preview) funktioniert nicht

Unter Windows 10 ist es uns Admins mittlerweile einige male begegnet, das der Windows-Explorer die Dateivorschau für Excel-Dateien nicht mehr anzeigt. Das scheint meistens dann zu passieren, wenn Office 2016 installiert wurde. Die Explorer-Vorschau ist dabei aber offenbar unabhängig von der Office-Edition, klappt also unter Office 365 (CTR), Volume License, Open oder HAB nicht richtig.

Lösung

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\PreviewHandlers]
"{00020827-0000-0000-C000-000000000046}"="Microsoft Excel previewer"

Registry-Fix herunterladen: excel_2016_preview_handlers

Ressourcenpostfach Kalenderbuchungen automatisch akzeptieren um Konflikte zu vermeiden

Problem:

Ein Ressourcenpostfach (Gerätepostfach) soll Kalenderbuchungen automatisch akzeptieren. In der Standardeinstellung sind Konflikte bei der Buchung möglich.

Lösung:

Standardmäßig werden bei Gerätepostfächern Kalenderbuchungen zwar als „Mit Vorbehalt“ im Kalender eingetragen, allerdings nicht automatisch bestätigt. Somit sind auch doppelte Buchungen möglich.

Diese Einstellung lässt sich relativ schnell via Exchange-Management-Shell ändern:

Set-CalendarProcessing -Identity "POSTFACH" -AutomateProcessing AutoAccept

Kalenderdetails eines Ressourcenpostfaches anzeigen (Exchange 2016/Online)

Problem:

Benutzer sehen im Kalender eines Ressourcenpostfaches standardmäßig lediglich den Frei-/Gebucht-Status und können Termine auch nicht zum anzeigen von Details öffnen.

Lösung:

Es gibt mehrere Möglichkeiten dies zu ändern:

  1. Einem Benutzer Vollzugriff auf das Ressourcenpostfach geben (via EMC). Mit diesem Benutzer können dann die Berechtigungen des Kalenders vom betroffenen Postfach angepasst werden. Oder:
  2. Die Kalenderberechtigungen für den „Default“-Benutzer via Exchange-Management-Shell anpassen:
Set-MailboxFolderPermission "POSTFACH-ID:\Kalender" -AccessRights Reviewer -User Default

Die Rolle „Reviewer“ behinhaltet die Berechtigungen „FolderVisible, ReadItems“, somit also auch das Anzeigen der Termindetails.
Die anderen möglichen Berechtigungen bzw. Rollen finden sich unter https://technet.microsoft.com/de-de/library/dd298062(v=exchg.160).aspx

E-Mails die in Outlook von einem gemeinsamen Postfach aus versendet werden, landen nicht im gemeinsamen „Gesendete Objekte“ Ordner

Seit Office 2010 ist die Standardeinstellung von Outlook-Ablageobjekten nicht immer optimal. Neue Nachrichten, die von einem gemeinsamen (ob fremdgeöffnet oder als shared Mailbox angelegt ist egal) Postfach gesendet werden, werden nicht im Ordner „Gesendete Objekte“ des freigegebenen Postfachs abgelegt, sondern im Postfach des absendenden Benutzers. Das sorgt oft für Verwirrung.

Das liegt daran, das in Exchange 2010+ und Office 365 freigegebene Postfächer keine Lizenz mehr benötigen und man Outlook nicht mehr als „unabhängiges“ Postfach verbinden kann. In so einem Fall meldet man sich konsequenterweise aber beim eigenen Postfach an und öffnen das freigegebene Postfach zusätzlich. Beim Senden nimmt Outlook dann standartmäßig das Konto des Absenders. Daher werden Nachrichten – im Prinzip folgerichtig – auch immer im Ordner „Gesendete Objekte“ das Postfach des Absenders (also angemeldeten Nutzers) gespeichert.

Dieses Verhalten ist reine Outlook-Sache (nicht Exchange) und lässt sich schnell in der Registry anpassen:

HKCU\Software\Microsoft\Office\<VERSION>\Outlook\Preferences
DWORD: DelegateSentItemsStyle
Wert: 1 (für Ablage in geöffnetem Postfach)
Wert: 0 (für Ablage in eigenem Postfach, Standard)